Am 21. April 1966 wurde in der Großstadt
Tscheljabinsk im Ural in der
Sowjetunion Andrej Nikolajewitsch Jigalov geboren.
Dort wuchs er auf, absolvierte die
Schule und machte eine Ausbildung als Schweißer.
Seine Karriere als "Held der
Arbeit" in der heimischen Stahlindustrie
unterbrach zunächst der Wehrdienst,
den er von 1984 bis 1986 in der "Roten
Armee" leistete. Diese zwei Jahre,
geprägt von Überlebenskampf, Drill und
Kameradschaft, verarbeitete Andrej Jigalov
bei der Verfassung eines Drehbuchs. In der Fabrik wie
in der Brigade fiel
bereits bei vielen Veranstaltungen Jigalovs Talent als
Musiker und Komödiant auf.
Der Spitzname "Clown" war ihm bereits überall
zu eigen. Sein Wunsch diesen
Beruf auszuüben wuchs beständig. Wieder in
Tscheljabinsk besuchte er die nächste
Zirkusvorstellung und fragte den Clown nach der
Adresse einer Zirkusschule.
Mit dem Akkordeon auf dem Rücken, der Gitarre in
der Linken und einer Tasche in
der Rechten stieg Jigalov in Moskau aus dem Zug, um
sich an der renomiertesten
Zirkusschule der Welt zu bewerben. Das erste Mal in
seinem Leben fuhr er mit
der Metro. Dann mit dem Übeleitungsbus kam er zur
Zirkusschule. Zur
Aufnahmeprüfung traten 450 Bewerber an -
aufgenommen wurden neben einem Dritten, Eduard
Aleksenko und Andej Jigalov. Eduard "Edik"
Akeksenko und Jigalov wurden sofort
ein Gespann und erarbeiteten viele gemeinsame Comedy -
Nummern. Nach einem
Kurzurlaub in Prag rief Jigalov eine ihm
hinterlassenen Nummer an und erhielt
ein Angebot zu Probeaufnahmen für einen Film mit dem
bekannten Regisseur Nikita
Hubov. Er wurde sofort engagiert und von seiner
Partnerin Alla Kluka
weiterempfohlen zu seinem gößten Filmerfolg
" oblako rai" (Wolkenparadies). Ein Film,
der sich unter der Regie Nicolai Dostels maßgeblich
an der Person Jigalovs
orientierte, und für den Jigalov die Filmmusik
schrieb und interpretierte. Dieser
Film gilt noch heute in Russland als Kultfilm und wird
oft im Fernsehen
gezeigt. Er heimste nationale und internationale
Filmpreise ( Venedig ) ein. Jigalov
wurde zweimal als bester Schauspieler der Sowjetunion
geehrt. Bereits im
selben Jahr 1992 gewann er mit Aleksenko in Paris die
Goldmedaille auf dem
Circusfestival "Cirque du demain" ( eine Art
Weltmeisterschaft der Artisten ) für
ihre gemeinsam erarbeiten Clownreprisen. Der
unvergessene Partner Edik Aleksenko
war bereits an einem Gehirntumor erkrankt und verstarb
zwei Jahre darauf.
Jigalov setzte seine Arbeit fort. Er arbeitete fortan
in Westeuropa und war in den
Zirkussen Knie (Schweiz) und Flic Flac (Deutschland)
engagiert. Er war in
vielen Veranstaltungen in der Schweiz, Frankreich und
Deutschland zu sehen,
gastierte in Deutschland in allen bedeutenden
Varietes. 1999 und wurde er im
Zirkus Roncalli ( seit jeher bemüht, die
Weltelite der Zirkusszene an sich zu
binden) zum Liebling des Publikums. In den Jahren 2002
und 2003 setzen Jigalov und
Roncalli ihre freundschafliche Zusammenarbeit fort.
Seine Vorliebe in
Mitteleuropa zu arbeiten erklärt sich einfach aus
seinen familiären Verhältnissen.
Seit 1998 ist er mit der Paderborner Lehrerin Anja
Zhigalov verheiratet. Beide
haben zwei Kinder, geboren 1998 und 2000.
Jigalov braucht keine Schminke. Nur sein Kostüm (
die viel zu weite braune
Cordhose und das viel zu enge schwarze Jacket)
unterstreichen seine Figur. Er
ist der Verlierer, dem alle Herzen zufliegen. Am Ende
gewinnt er immer
irgenntwie. Auch, wenn er mal fies oder nervig ist,
bleibt er symphatisch. Er bringt
fast immer alle zum Lachen, hat aber schon einmal
einen Psychologenkongress zum
Weinen gebracht. Auf jeden Fall schafft Jigalov es
immer eine emotionale
Verbindung zum Publikum herzustellen. Und er gewinnt
immer auf seine Art. So ist
das Vicory- Zeichen sein Markenzeiche geworden. Er
erreicht sein Gegenüber
spielerisch und spielt mit ihm. Emotionen schwappen
über. Er hat eine
unverwechselbare und urkomische Figur kreiert. So ist
es nicht verwunderlich, wenn er als
Clown in Monte Carlo ( auf dem Festival für
Zirkusartisten) mit dem silbernen
Clown und dem Preis der Kinder- und Jugendjury
ausgezeichnet wurde. Warum nur
Silber? Er kann keine fünf Saltos springen. Aber
er kann uns süchtig machen,
nach der Art, wie er die Welt sieht und sie darstellt.
Vielleicht kann er die
Welt damit sogar ein wenig besser machen.
Auch die Vergleiche mit Charlie Chaplin und Buster
Keaton hinken nicht.
Jigalov entzieht sich nicht dem Filmgeschäft. Er hat
in den USA für Pepsi-Cola
Werbung gemacht, in der Schweiz eine Sendung über
Gartenbau bereichert und auch
ansonsten viele Sketche und Comedy-Ideen umgesetzt.
Jigalov kann improvisieren,
spielen, musizieren und komponieren - was will man
mehr?!